Otto Pankok -  Ein Freund und Künstler 
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            Otto Pankok

 

 

 

 

          

                 Otto Pankok

      6.Juni 1893 - 20. Okt. 1966

 

Otto Pankok wurde am 6. Juni 1893 in Mülheim an der Ruhr geboren. Im Alter von 20 Jahren begann er sein Studium an den Kunstakademien in Düsseldorf und Weimar, das er aber im Frühjahr 1914 abbrach, um sich mit seinem Studienfreund Carl Lohse nach Dötlingen / Oldenburg zu begeben und sich autodidaktisch weiterzubilden. Bereits im Herbst 1914 zeigte er seine ersten Dötlinger Arbeiten im Lappan in Oldenburg. Im selben Jahr unternahm er mit Werner Gilles eine Studienreise nach Holland und reiste für unbestimmte Zeit nach Paris. Doch bereits nach zwei Monaten kehrte er nach Dötlingen zu den einfachen Menschen zurück, wo Freunde und Kollegen ihn wiederholt auf Wochen besuchten, unter ihnen Gert Heinrich Wollheim, Hermann Hundt und Richard Gessner.

Im ersten Winter des Ersten Weltkrieges, 1914, wurde Otto Pankok zum Militärdienst einberufen, der ihn an die Westfront in Nordfrankreich verschlug, wo er bei einer Grabensprengung verschüttet wurde. Es folgten lange Aufenthalte in Lazaretten und Sanatorien, bis man ihn 1917 aus dem Kriegsdienst entließ.

Nach mehreren Reisen nach Berlin und Ostfriesland ließ er sich 1919 in Düsseldorf nieder, trat der Künstlergruppe „Junges Rheinland“ bei, zu denen auch Otto Dix zählte, und engagierte sich in einem rebellischen Künstlerkreis um Johanna Ey mit Veröffentlichungen in der Zeitschrift „Das junge Rheinland“, der Mappen „Aktivistenbund“ und „Das Ey“.

1921 heiratete er die Journalistin Hulda Droste und die darauffolgenden Jahre waren gefüllt mit vielen Reisen, unter anderem nach Weimar, an die Ostsee, den Niederrhein, die Niederlande, Italien, Frankreich und Spanien. 1925 wurde seine Tochter Eva geboren und 1931 begann seine Freundschaft mit den Sinti  in der „wilden Siedlung“ im Düsseldorfer Heinefeld. Sinti als künstlerisches Thema, das ihn bis an sein Lebensende immer wieder fesselte, und bei denen er persönlich viel Zeit verbrachte.

Die politischen Ereignisse um die Nationalsozialisten veranlassten ihn 1935, sich nach Haus Langen im Münsterland zurückzuziehen. Ein Jahr später erfolgte das Arbeitsverbot für den Künstler durch die Nazis und 1937 beschlagnahmte man 56 seiner Werke aus deutschen Museen. In München zeigte die Ausstellung „Entartete Kunst“ Zigeuner-Lithos" von Otto Pankok.

In diesen Jahren hielt er sich in Gildehaus in der Grafschaft Bentheim im Bourtanger Moor auf, danach bis 1941 im Emsland. Als 1942 das Düsseldorfer Wohnhaus der Familie ausgebombt wurde, zog sie nach Pesch in der Eifel, um nach dem Ende des zweiten Weltkrieges 1946 wieder nach Düsseldorf zurückzukehren. Hier wurde Otto Pankok als Professor an die Kunstakademie berufen und unterrichtete bis 1958. In dieser Zeit unternahm er immer wieder Reisen nach Jugoslawien und Frankreich, bis die Familie am Ende seiner Lehrtätigkeit nach Haus Esselt in Drevenack am Niederrhein zog. Er starb am 20. Oktober 1966 in Wesel.