Festschreibung

Zurück

 

 

Heinrich Himmler war am 7. Oktober 1939 von Adolf Hitler mit der „Festigung des deutschen Volkstums“ beauftragt worden. Das bedeutete einerseits die „Rückführung“ der „Reichs- und Volksdeutschen“ aus dem besetzten und zerschlagenen Polen, andererseits die Deportation von Juden sowie Sinti und Roma aus dem Reichsgebiet. Außerdem wurden Hunderttausende Polen aus den einverleibten Gebieten wie Schlesien und Westpreußen vertrieben. Himmler beabsichtigte, diese von Hitler „völkische Flurbereinigung“ genannte Vertreibung und Deportation grundsätzlich und planmäßig über das „Reichssicherheitshauptamt“ (RSHA) zu organisieren.

Dazu wurden Sinti und Roma sowie Juden in der Absicht der späteren Deportation an ihren Heimat- und Aufenthaltsorten festgesetzt. Es war ihnen unter Androhung von KZ-Haft verboten, ihren jeweiligen Aufenthaltsort zu verlassen. Die betroffenen Personen mussten bei den örtlichen Polizeien entsprechende Erklärungen unterschreiben.

Mit Schnellbrief vom 17. Oktober 1939 ordnete Heinrich Himmler an, dass die dem Reichssicherheitshauptamt unterstellten 21 „Zigeunerpolizeileitstellen“ im Deutschen Reich KZ–ähnliche Sammellager zur Vorbereitung der Abtransporte in die Vernichtungslager einzurichten hatten, soweit das noch nicht geschehen war.