Kommunale Zwangslager und Ghettos

Zurück

 

   

Schon ab 1935 wurden Sinti und Roma in den größeren Städten des Reichsgebietes in besonderen Lagern interniert. Ziel war die vollständige Isolation von der „deutschblütigen“ Bevölkerung. Die Lager waren eingezäunt und wurden bewacht. Die Internierten waren einer strengen Lagerordnung unterworfen. Die Erwachsenen wurden zu Arbeiten im Straßenbau, bei der Errichtung von Bunkern oder in der Metall- und Rüstungsindustrie verpflichtet. Soweit sie dafür noch eine Entlohnung erhielten, mussten sie diese weitgehend für die Kosten ihrer Internierung abführen.

Das erste kommunale Sammellager richtete im Mai 1935 die Stadt Köln in der Nachbarschaft des „Schwarz-Weiß-Platzes“, einem Sportplatz im Ortsteil Köln-Bocklemünd, ein. Ende 1935 folgte Gelsenkirchen mit dem Lager an der Cranger Straße. Zur Olympiade 1936 entstand in Berlin-Marzahn eines der größten Sammellager. 1937 richteten Düsseldorf (Höherweg), Frankfurt am Main (Dieselstraße) und weitere Städte Sammellager ein.

Viele der dort Internierten wurden bereits im Mai 1940 in die Ghettos und Lager des besetzten Polen deportiert. Die meisten Sammellager im Rheinland und im Ruhrgebiet wurden im März 1943 aufgelöst, indem die Sinti von dort nach Auschwitz deportiert wurden.