Gedenkfeier in der Gedenkhalle im Schloss - Oberhausen
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Gedenkfeier in der Gedenkhalle im Schloss - Oberhausen am 27.Januar 2008 11.00 Uhr

 

Grußwort von Klaus Wehling, Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen

 

Beiträge von Schülerinnen und Schülern aus Oberhausenern Schulen

 

 

Der Bereich des heutigen Stadtgebiets Oberhausen gehörte bis Ende des 18. Jahrhunderts zu unterschiedlichen Herrschaften. Während Lippern (Lipperheide) und Lirich zum Reichsstift Essen (Essen-Borbeck) gehörten, Styrum zur Reichsfreien Grafschaft Limburg-Styrum, Alstaden und Dümpten zur Herrschaft Broich (beide zur Grafschaft Limburg, später Herzogtum Berg gehörig), lagen die Bürgermeisterei Holten mit Buschhausen und Sterkrade im Kreis Wesel im preußischen Herzogtum Kleve und Osterfeld im kurkölnischen Vest Recklinghausen. Nach vorübergehender Zugehörigkeit ab 1806 zum Großherzogtum Berg (Alt-Oberhausen, Sterkrade) bzw. ab 1803 zum Herzogtum Arenberg (Osterfeld) kommt das gesamte heutige Stadtgebiet 1815 zu Preußen. Im Zuge der Verwaltungsgliederung des Preußischen Staates werden die Ortschaften den am 23. April 1816 neu gebildeten Landkreisen Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster (Provinz Westfalen), Dinslaken im Regierungsbezirk Kleve bzw. Essen im Regierungsbezirk Düsseldorf zugeteilt. Die beiden letztgenannten Landkreise werden bereits am 27. September 1823 zum neuen Landkreis Duisburg im 1821 mit dem Klever Bezirk vereinigten Regierungsbezirk Düsseldorf (Rheinprovinz) zusammengeschlossen.

Die Besiedlung nahm, bedingt durch den Abbau von Kohle, anfänglich auch Eisenerz, stark zu. Wie andere Orte im Ruhrgebiet wuchs auch Oberhausen vom ländlichen Raum zum Industriestandort mit Zechen, Stahlwerken und chemischer Industrie heran.

Die Anfänge der Eisenverhüttung gehen sogar noch weiter zurück. Die Antoniehütte (auch St.-Antony-Hütte) liegt im (heutigen) Stadtgebiet Oberhausen. Sie wird als die Wiege der Ruhrindustrie (1758) bezeichnet.

Die Bürgermeisterei Oberhausen wird am 1. Februar 1862 auf emsiges Betreiben eines Duisburger Landrats aus Teilen von sechs anderen Gemeinden gebildet. Die Urzelle und den größten Gebietsanteil (zwei Drittel) lieferte die Gemeinde Borbeck mit den Ortsteilen Lippern und Lirich, die bisher zum Reichsstift Essen gehörten. Dazu kamen Teile von Alstaden, Dümpten und Styrum und der Bürgermeisterei Mülheim-Land. Hinzu kamen auch noch kleinere Teile von Meiderich und Buschhausen. Den Namen Oberhausen erhält die junge Gemeinde vom 1847 neuangelegten gleichnamigen Bahnhof (seinerzeit erster Bahnhof der Gemeinde Borbeck) an der Cöln-Mindener Eisenbahn, der wiederum seinen Namen von dem an der Emscher gelegenen Schloss des Grafen Westerholt erhalten hatte. Bereits zwölf Jahre danach am 10. September 1874 erhält die Gemeinde Oberhausen durch Einführung der Städteordnung die Stadtrechte. Sie wurde damit kreisangehörige Stadt des Landkreises Mülheim an der Ruhr, der kurz zuvor am 8. Dezember 1873 aus dem Landkreis Duisburg (nach Ausscheiden von Duisburg als Stadtkreis am 27. Juni 1873) hervorgegangen war. Am 1. April 1901 scheidet auch Oberhausen aus ihm aus, nachdem es gemäß der Rheinischen Provinzialordnung die Marke von 40.000 Einwohnern erreicht hatte und damit ebenfalls Stadtkreis wurde.

Es folgen weitere Gebietszuwächse:

  • 1. April 1909: Eingemeindung des südlichen Teils von Buschhausen (Grafenbusch mit Schloss Oberhausen)
  • 1. April 1910: Eingemeindung von Alstaden und der nördlichen Teile von Dümpten und Styrum
  • 1915: Eingemeindung von Teilen von Borbeck, Dellwig und Frintrop

Osterfeld gehörte seit 1811 zur Bürgermeisterei Bottrop im Landkreis Recklinghausen, löst sich am 1. Juli 1891 im Zuge der Industrialisierung von der damaligen Gemeinde Bottrop und erhält am 17. Juni 1921 Stadtrechte. Nachdem es die Marke von 30.000 Einwohnern überschritten hatte, scheidet Osterfeld gemäß der Westfälischen Provinzialordnung am 1. Januar 1922 auch aus dem Landkreis Recklinghausen aus und wird selbständiger Stadtkreis.

Sterkrade gehörte zur Bürgermeisterei Holten im Landkreis Dinslaken bzw. ab 27. September 1823 zum Landkreis Duisburg und ab 8. Dezember 1873 zum Landkreis Mülheim an der Ruhr. Am 1. April 1886 wird die Bürgermeisterei Holten in die Bürgermeistereien Beeck und Sterkrade (mit den Gemeinden Sterkrade, Stadt Holten, Amt Holten und Buschhausen) geteilt, die am 20. April 1887 zum Landkreis Ruhrort und am 1. April 1909 zum Landkreis Dinslaken kommen. Zum gleichen Zeitpunkt wird Buschhausen geteilt. Der größte Teil wird nach Sterkrade eingemeindet. Ein kleineres Gebiet im Süden kommt zu Oberhausen, der Grafenbusch mit dem Schloss Oberhausen. Am 1. April 1913 erhält Sterkrade Stadtrechte, die Bürgermeisterei Sterkrade wird in die Stadt Sterkrade und die Bürgermeisterei Holten geteilt. Bereits am 1. Juli 1917 werden die Bürgermeisterei Holten und ein großer Teil der Bürgermeisterei Hiesfeld, die Orte Barmingholten, Schmachtendorf und Walsumermark, in die Stadt Sterkrade eingegliedert. Dadurch überschreitet Sterkrade die Marke von 40.000 Einwohnern, um gemäß der Rheinischen Provinzialordnung aus dem Landkreis Dinslaken auszuscheiden und selbständiger Stadtkreis zu werden.

Im Zuge der Kommunalen Neugliederung im Ruhrgebiet werden am 29. Juli 1929 die Stadtkreise Oberhausen, Osterfeld und Sterkrade zum neuen Stadtkreis Oberhausen (Rheinland) mit Korrekturen an den Grenzen zu den Nachbarstädten Duisburg und Mülheim an der Ruhr vereinigt. Die Einwohnerzahl von Alt-Oberhausen hatte bereits um das Jahr 1914 die 100.000-Grenze überschritten und damit Oberhausen zur Großstadt gemacht. Heute hat Oberhausen etwa 220.000 Einwohner.

Die Gebietsreform von 1929 führte dazu, dass die heutige kreisfreie Stadt Oberhausen nach wie vor drei Zentren hat, zu denen sich in den 1990er Jahren die „Neue Mitte“ als viertes Zentrum gesellte.