Rückblick 2011

November 2011: Einweihung des Trauerortes in Düsseldorf

Sinti und Roma wissen sehr gut, wie schmerzlich es ist, keinen Ort zu haben, an dem man der Angehörigen ganz persönlich gedenken kann. Denn  es gibt von den meisten Opfern des Völkermords keine Gräber. Vielen Menschen, die vor Verfolgung und Gewalt zu uns geflüchtet sind, geht es ähnlich. Auf maßgebliche Initiative des Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge (PSZ) ist in Düsseldorf an der Berger Kirche der Trauerort entstanden. Er wurde am 20. November 2011 eingeweiht und lädt seitdem alle Menschen ein, unabhängig von Herkunft, Schicksal, Religion und Wohnort, die sich dort Zeit für ihre Trauer nehmen und Trost finden möchten.

                                                             

September 2011: „Sinti und Roma – Minderheiten in NRW und in Bochum“ 

Der Umgang mit Minderheiten und mit Zuwanderern ist ein aktuelles und drängendes Thema. Die EU fordert mit ihren Richtlinien und Rahmenplänen ein deutlicheres und mutigeres Engagement der Mitgliedsstaaten zur Umsetzung des Schutzes nationaler Minderheiten und zur Integration von Zuwanderern.

Reges Interesse fand die Veranstaltung des Kinder- und Jugendrings und der VHS Bochum am 29. September 2011 im Rahmen der Interkulturellen Woche im Erich-Brümann-Haus mit Roman Franz, dem 1. Vorsitzenden des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma NRW und Angela Kluge, Flüchtlingsberaterin des Evangelischen Arbeitskreises Asyl in Bochum-Werne.

April 2011: „Denkmal der Namen“ im Deweerth’schen Garten, Wuppertal 

Am 15. April 2011 wurde die Gedenktafel mit über 3.100 Namen enthüllt, die an die Menschen aus Wuppertal erinnert, die dem Rassismus und dem Terror der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Bei der Gedenkveranstaltung wurde auch das digitale Gedenkbuch für die NS-Opfer aus Wuppertal vorgestellt, in dem die Biografien der Menschen nachgelesen und recherchiert werden können: www.gedenkbuch-wuppertal.de

                                                                     

Januar 2011: Gedenken und Erinnern

                                                                               

Am 27. Januar 2011, dem 66. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, fand das Gedenken am Düsseldorfer Mahnmal „Ehra“ statt, zu der die Landeshauptstadt Düsseldorf und der Landesverband Deutscher Sinti und Roma eingeladen hatten. Die Erste Bürgermeisterin, Frau Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann und der 1. Vorsitzende des Landesverbands Deutscher Sinti und NRW, Herr Roman Franz, legten gemeinsam einen Kranz nieder und gedachten der Düsseldorfer Sinti und Roma, die Opfer des NS-Völkermords wurden.

Vom 21. Januar bis 11. Februar zeigte das Bochumer Ottilie-Schönwald-Kolleg die von der VVN-BdA Bochum erstellte Ausstellung zur Geschichte und NS-Verfolgung der Bochumer Sinti und Roma. Die Eröffnung fand am 21. Januar 2011 im Ottilie-Schoenewald-Kolleg statt, mit OStD Dr. Heinrich Brinkmöller-Becker (Schulleiter des Weiterbildungskollegs), Klaus Kunold (Vorsitzender VVN Bochum) und Roman Franz (1. Vorsitzender des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma NRW). Die Ausstellung ist eine der umfangreichsten und informativsten lokalen Dokumentationen zur Geschichte rassistischen NS-Verfolgung der Sinti und Roma.

 

Abschied von der bisherigen Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf,

Frau Angela Genger 

Mit einer sehr persönlich geprägten Feierstunde im Düsseldorfer Kom(m)ödchen wurde Frau Genger am13. Januar 2011 in den Ruhestand verabschiedet. Eines ihrer wichtigsten Vermächtnisse bleibt, dass die Düsseldorfer Mahn- und Gedenkstätte allen Opfern des Nationalsozialismus verbunden ist und bleibt – auch denen, die keine starken Organisationen haben. Wir sagen ihr auch an dieser Stelle ganz herzlich „Danke“ für die konsequente und unbeirrbare Weggemeinschaft, die uns 23 Jahre lang verbunden hat.

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 AB 04. September 2012