Aktuell

Aktuelle Reglungen des Landes NRW zur Eindämmung der Corona-Pandemie (Stand: 26.04.2021)

Ab dem 26. April gelten folgende Regelungen …

… bei einer 7-Tage-Inzidenz bis 100


Treffen im öffentlichen Raum: Eigener Haushalt + 1 weitere Person oder 5 Personen aus 2 Haushalten

Keine Ausgangsbeschränkungen

Einkauf im Einzelhandel nach Terminbuchung möglich

Sport im Freien bei Einhaltung der Kontaktbeschränkung erlaubt

Besuch von Museen, Ausstellungen, Schlössern, Gedenkstätten etc. nach Terminbuchung möglich

Körpernahe Dienstleistung ist nur unter strengen Hygieneregeln erlaubt

Schulunterricht findet im Wechselunterricht statt. Die Schüler werden 2 x wöchentlich getestet.

Kitas sind im eingeschränkten Regelbetrieb geöffnet


… bei einer 7-Tage-Inzidenz über 100

Treffen im öffentlichen Raum: Eigener Haushalt + 1 weitere Person

Ausgangsbeschränkung von 22 – 5 Uhr, körperliche Bewegung alleine bis 24 Uhr erlaubt.

Bei Inzidenz 150: Einkauf nach Terminbuchung möglich, max. 1 Kundin/Kunde pro 40qm, tagesaktuelles negatives Testergebnis. Über Inzidenz 150: geschlossen

Individualsport mit max. 2 Personen oder eigenem Haushalt

Kultur- und Freizeiteinrichtungen sind geschlossen

Nichtmedizinische körpernahe Dienstleistungen sind untersagt (Außer Friseure und Fußpflege mit tagesaktuellem negativen Test

Bis Inzidenz 165 bleiben die Schulen im Wechselunterricht Bei Inzidenz über 165 findet Distanzunterricht statt

Bis Inzidenz 165 bleiben die Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb Bei Inzidenz über 165 wird auf bedarfsorientierte Notbetreuung umgestellt

Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.land.nrw/corona

Oswald Marschall 24. März. 2021

Stellungnahme des Vereins Deutscher Sinti und Roma e.V. Minden Zu der Aussage von Romeo Franz vom 22.März 2021 Ich verspreche meinem Volk, dass ich niemals aufhören werde, und solange ich MdEP sein werde, werde ich für ein Romani-Gleichstellung Inklusions-und Partizipationsgesetz kämpfen, das den Kampf gegen Antigypsyismus vor der Front haben wird, denn wir sind europäische Romani-Leute, gleich und vielfältig. Latscho Dives Sinti, ich wende mich in einer dringenden Angelegenheit an euch, wir müssen eine Sache ansprechen die für uns Sinti, und auch für Roma sehr wichtig ist. Es ist jetzt an der Zeit, dass alle Deutschen Sinti und Roma Informiert werden. Es geht um die Fremdbezeichnung „Romani“, in den auch deutschen Sinti und Roma umbenannt werden sollen. Einzelne Personen unternehmen ernsthafte Versuche, wieder einen neuen Sammelbegriff (den letzten verwendeten Nazis, („Zigeuner“) um die Gruppen ihrer kulturellen Identität und Traditionen abzusprechen) für Sinti und Roma in Deutschland durchzusetzen und das Recht auf Eigenbestimmung damit zu untergraben. Unter dem willkürlich-konstruierten und geschichtlich nicht fundierten Sammelbegriff “Romani“ werden Sinti und Roma in deren vielfältiger Ethnien, Kulturen und Sprachen ihrer kulturellen Identität, Geschichte und Traditionen geraubt und zu einer undefinierten Gruppe degradiert. Sinti und Roma werden erneut als homogene Gruppe nach außen dargestellt: Die Bürgerrechtsbewegung kämpft seit Jahrzehnten gegen Fremdbestimmung und Homogenisierung der verschiedenen Sinti und Roma Gruppen an. Viele von uns haben als Einzelne oder in ihren Verbänden versucht ein differenziertes und auf Fakten gegründetes Bild über Sinti und Roma zu vermitteln. Die Medien und populistische Parteien wie die AfD in Deutschland und Oligarchen in ganz Europa versuchen diese differenzierte Darstellung über die Minderheit zu zerstören. Sie machen Politik damit, biegen sich das Bild über Sinti und Roma so hin wie sie es brauchen und bringen die Minderheit damit wieder in Gefahr. Entgegen unserer Eigenbezeichnung als Sinti oder Roma, wurde uns in dunkelsten Zeiten damals die rassistische Fremdbezeichnung „Zigeuner“ in Deutschland und in anderen europäischen Ländern aufgezwungen. Unser Stolz als Sinti oder als Roma wurde uns genommen, die Deutungshoheit über unsere kulturelle Identität lag bei dem Feind, der alles ohne Rücksicht auf unsere Jahrhundertelange Geschichte in Deutschland, auf unsere Befindlichkeiten oder traditionellen Unterschiede unter dem „Sammelbegriff“ Zigeuner packte. Wie wir alle wissen, sind eine halbe Millionen Menschen unserer Minderheit unter diesen Sammelbegriff dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen, sie haben unsere gesamte Minderheit Zigeuner genannt. Europäische „Zigeuner“ wurden als asozial und kriminell von den Nazis dargestellt, damit hatten sich die Nazis das recht genommen, unsere Menschen ins Gas zu schicken. Man hat 500000 unserer Menschen, auf Bestialischer weise ermordet. Man hat eben alle Pauschal als Kriminelle, Bettler und Landfahrer abgestempelt, als eine homogene Gruppe. Da Europa und Deutschland aus dieser Geschichte gelernt hat, wurde mit dem Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten das erste völkerrechtlich verbindliche Schutzinstrument geschaffen, das sich direkt auf die nationalen Minderheiten bezieht. Durch Gesetz vom 22. Juli 1997 hatte der Deutsche Bundestag mit Zustimmung des Bundesrats und der Bundesländer dem Rahmenübereinkommen zugestimmt und konnte so ein Jahr später in Deutschland zur Anwendung gebracht werden. Wir alt eingesessene deutsche Sinti und Roma haben somit eine gesetzliche Grundlage, unsere Kultur und Herkunft als Sinti und Roma vor Fremdbestimmung und politischen Machthabern zu schützen. Noch mehr, laut Rahmenabkommen wird unsere Identität – und dazu gehört auch die Eigenbezeichnung, als Sinti und Roma sogar gefördert. Keine Institution, Partei oder Person darf uns seitdem unser per Gesetz zustehendes Recht auf unsere Eigenbezeichnung als Sinti oder Roma absprechen oder uns zum Beispiel dazu zwingen unser Romanes öffentlich zugänglich zu machen. Der Sinti Verein Minden und andere Sinti in ganz Deutschland distanzieren sich in diesem Sinne energisch von diesem dreisten Vorhaben und wollen die Umbenennung von „Sinti“ und/oder „Roma“ in „Romani“ in Deutschland verhindern. Problematik speziell für die zukünftige Sinti Generation: Auch wenn von den Initiatoren gesagt werden sollte, wir nennen uns weiterhin in Deutschland Sinti, werden wir große Probleme bekommen. Denn wie wir alle wissen sind unsere Menschen nicht unter unsere eigen Bezeichnung Sinti in den KZ gekommen, unsere Gesamte Minderheit ist unter einen Namen ermordet worden „Zigeuner“. Überlegt mal wie sich das Wort Zigeuner in unseren Köpfen verankert hat, es war so tief in unseren Köpfen, das wir uns nachher nach außen hin selbst Zigeuner nannten. Mit Romani wird es ähnlich sein, unsere Kinder und Enkelkinder werden mit Romani aufwachsen, sie werden sich dann genauso nach außen Romani nennen, wie es unsere ältere Generation noch vor einigen Jahrzehnten mit dem Rassistischen Wort Zigeuner getan haben. Es wird dann keine Sinti mehr geben! Wenn sich dieses Wort für unsere gesamte Minderheit durchsetzt sind alle Gruppen gleichgestellt und das kann es ja nicht sein, wir glauben keine einzige Gruppe unserer Minderheit würde das passen, denn alle Gruppen sind verschieden, also unsere gesamten Gruppen sind nicht homogen. Auch ist jede vereinzelnde Gruppe stolz auf ihrer Kultur und Tradition. Deshalb sollte jede Gruppe seine eigene Bezeichnung behalten dürfen. „Romani“ ist auch eine Fremdbezeichnung und wie alle Fremdbezeichnungen wertet es unsere reiche Kultur und Geschichte ab folgt somit sogar (unbewusst)der NS Denkweise, alle Gruppen als eine zusammenzufassen und in einen Sack zu stecken. In unserem demokratischen Land kann sich natürlich jeder Sinto und Rom so nennen lassen wie er möchte. Die Umbenennung aller jedoch, auf politischer Ebene und für alle Sinti und Roma Europas und Deutschland, ohne Absprache und deren Zustimmung durchsetzen zu wollen kann hingegen nicht akzeptiert werden. Romani Rose betont, dass der Zentralrat in seinen Archiven noch alte Dokumente hat, aus denen hervorgeht, dass sich deutsche Sinti schon Mitte des 18. Jahrhundert als Deutsche Sinti bezeichnet haben. Der Zentralrat unter Leitung von Romani Rose wird immer dafür eintreten das Deutsche Sinti ihre eigene Bezeichnung als Sinti bei Behalten. Der Oberbegriff „Roma“ hingegen, hat die Europäische Union gewählt, weil es ca. 100 Verschiedene Gruppen mit eigenen Bezeichnungen in Europa gibt. Da sich der größte Teil in Europa Roma nennt, hat die Europäische Union damals beschlossen einen Oberbegriff für alle Gruppen zu nennen. Das hat natürlich nichts damit zu tun das Roma über Deutsche Sinti stehen. Auch nicht über die anderen Gruppen, sondern die Europäische Union wollte vermeiden, dass man alle Gruppen einzeln benennen muss. Noch ein letztes: Unsere Vorfahren sind als Sinti verstorben, genau wie Roma und all die anderen Gruppen ihre Vorfahren mit ihrer eigenen Bezeichnung verstorben sind. Es ist unvorstellbar, dass wir jetzt als „Romani“ sterben sollen! Wir leben seit 600 Hundert Jahren Stolz als Sinti im unseren Land, und daran wird sich nichts ändern. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass alle Europäischen Roma sich umbenennen lassen wollen in Romani! Minden den, 23.03.2021 Oswald Marschall

03. März. 2021

In kleinem Kreis wurde am Mittwoch, dem 3. März 2021, den Solinger Sinti und Roma gedacht, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Sowohl Roman Franz, 1. Vorsitzender des Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW, als auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach sprachen ein kurzes Grußwort und legten Blumen am Mahnmal nieder.

Das Mahnmal für die verschleppten und in Auschwitz ermordeten Solinger Sinti und Roma an der Korkenziehertrasse